Das Jim Thompson Haus und Museum hat ca. 220.000 Besucher im Jahr und gehört für mich zu den interessantesten Sehenswürdigkeiten in Bangkok. Vielleicht habt ihr noch nie vom Namen gehört, aber Jim Thompson ist wahrscheinlich der bekannteste Ausländer in der Geschichte des Landes. Um wen es sich handelt und ob sich der Besuch im Jim Thompson Haus lohnt, erfahrt ihr hier.

Jim Thompson: Eine Legende

Der Amerikaner Jim Thompson (geboren 1906) wuchs in Delaware auf und studierte Architektur an der University of Pennsylvania. Während des Zweiten Weltkriegs meldete er sich als Freiwilliger zum amerikanischen Militärdienst, was einen bedeutenden Wendepunkt für ihn darstellte. Zuerst in Europa aktiv wurde er zum Ende des Krieges als Mitglied des Office of Strategic Services (dem damaligen Nachrichtendienst der Vereinigten Staaten) nach Bangkok entsendet. Er entdeckte das Land und verliebte sich in seine Kultur. Nachdem sein Militärdienst 1946 endete, beschloss er, sich in Thailand niederzulassen. Seine Aufmerksamkeit fiel schließlich auf die Seidenproduktion, die zu einem fast ausgestorbenen Handwerk in Thailand zählte. Der edle Stoff wurde meistens nur noch für den Privatgebrauch produziert. Im Jahr 1947 erstellte Jim Thompson eine Kollektion aus handgewebter Seide und brachte sie nach Amerika, wo sie das Interesse von führenden Modehäusern erweckte. Als Folge wurde die thailändische Seidenproduktion international bekannt und erlebte einen neuen kommerziellen Aufschwung.

Doch zu Jim Thompsons Erbe gehört nicht nur eine erfolgreiche Industrie, sondern auch sein elegantes Haus in Bangkok, das Zeuge seiner großen Leidenschaft für die asiatische Kunst ist. Das Haus besteht aus 6 kleineren Häusern, die bis zu 200 Jahre alt sind und ursprünglich aus verschiedenen Orten stammen – manche sogar aus Ayutthaya. Die Villa ist aus Teakholz gefertigt und verbindet eine traditionelle thailändische Architektur mit Einflüssen aus der westlichen Kultur. Sie ist nicht nur ein architektonisches Kunstwerk an sich, sondern beherbergt auch zahlreiche Objekte aus der privaten Kunstsammlung von Jim Thompson. Er interessierte sich insbesondere für Figuren aus der buddhistischen Religion. In seinem Haus könnt ihr mehrere Buddha-Statuen aus verschiedenen Epochen bewundern.

Jim Thompson lebte in seinem Haus in Bangkok von 1959 bis zum 26. März 1967, als er plötzlich und auf mysteriöse Weise während eines Aufenthalts in Malaysia verschwand. Bis heute gibt uns sein Tod noch Rätsel auf.

Der amerikanische Architekt hinterließ keine Kinder und sein Haus steht heute unter dem Schutz der James H.W. Thompson Foundation, einer gemeinnützigen Organisation, die sich für die Erhaltung der thailändischen Kunst einsetzt und Besucher seit 1976 ins Jim Thompson Haus einlädt. Es werden Führungen auf Thailändisch, Englisch, Französch, Japanisch und Chinesisch angeboten. Die Führung ist zwar vorgeschrieben, aber auch sehr interessant, da man vieles über die einzelnen Kunstobjekte erfährt.

Jim Thompson: Eintritt und Öffnungszeiten

Der Eintritt inklusive Führung kostet 150 Baht für Erwachsene und 100 Baht für Besucher unter 22 Jahren (mit Ausweis).

Fotos dürfen nur im Garten und nicht innerhalb des Hauses gemacht werden. Zu Beginn der Führung könnt ihr eure Taschen in Schließfächern abstellen.

Das Museum hat jeden Tag von 9 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.

Jim Thompson: Lage und Transport

Das Jim Thompson Haus befindet sich in Gehweite von der BTS-Station National Stadium. Vom Ausgang Nr. 1 lauft ihr nach links vorbei am Mercury Ibis Hotel. An der Soi Kasem San 2 biegt ihr dann nach rechts ab und lauft anschließend bis zum Ende der Straße (ungefähr 200 Meter). Übrigens, ein kostenloser Shuttle-Service verkehrt alle 15 Minuten zwischen dem Museum und der Hauptstraße.

Jim Thompson: Fazit

Im Jim Thompson Haus und Museum dreht sich alles um die Persönlichkeit, das Werk und die Leidenschaft einer wahren Legende. In seiner 20-jährigen Zeit in Thailand wurde Jim Thompson nicht nur Meister in einem historischen Handwerk, sondern errichtete auch ein Haus, das Besucher aus aller Welt begeistert und zu einem Wahrzeichen in Bangkok wurde. Ein Besuch lohnt sich auf alle Fälle!